Experiment nachhaltiger Weihnachtsbaum

Ein Beitrag von Carsten

Experiment nachhaltiger Weihnachtsbaum

Alles fing mit der Frage an, wie wir dieses Jahr mit dem Weihnachtsbaum umgehen. Für die wenigen Tage einen Weihnachtsbaum kaufen? Kommt für uns mittlerweile nicht mehr in Frage. Tradition hin oder her...

Also doch einen Tannenbaum im Topf kaufen und außerhalb seines Weihnachtseinsatzes auf dem Balkon platzieren? Nee...! Was, wenn der Grüne Daumen versagt und der Baum nicht bis zum nächsten Weihnachtsfest durchhält?

Billy goes X-Mas Tree

Schnell kam der Gedanke: "Wir haben doch noch genügend Bretter im Keller liegen!" Die Bretter stammten von nicht mehr benötigen Ikea-Billy-Regalen. Die kann man doch wohl noch irgendwie sinnvoll verwenden?

Warum also daraus nicht einen Weihnachtsbaum selbst zusammen basteln?

Inspirationen finden wir hier: http://muttis-blog.net/diy-weihnachtsbaum-aus-holzlatten/

Genau so machen wir es! Sowas können wir doch auch! Aus Billy wird jetzt ein Weihnachtsbaum!

Alles low-budget

Nachdem die Idee geboren war, stellt sich die Frage nach dem Material. Das nötige Holz haben wir ja bereits in Form nicht genutzter Regalbretter. Für den Stamm greifen wir auf eine ungenutzte Gardinenstange zurück. Fixiert wird diese mit vorhandenen Stoffresten im Standard-Weihnachtsbaumständer.

Da wir keine Stichsäge zum Zuschneiden der Bretter haben, schauen wir uns nach Leih-Geräten um. Glück gehabt: Ein Bekannter leiht uns seine Stichsäge.

Einen Lochfräsenaufsatz für die Bohrmaschinen haben wir noch im Werkzeugkasten. Lediglich Schraubzwingen fehlen. Die werden geschwind im Baumarkt besorgt.

Jetzt kann's losgehen!

Schritt für Schritt

Maße nehmen und Aufzeichnen

Zuerst werden die Regalbretter ausgemessen und die Schnitte aufgezeichnet. Die einzelnen "Äste" sollen 5 cm breit werden.

Wir starten mit der Baumspitze und einigen uns auf 6 cm Länge. Alle weiteren "Äste" sollen natürlich immer ein kleines Stückchen länger werden, damit sich die Tannenbaumform ergibt. Also pro "Ast" eine Extra-Länge von 1,5 cm eingeplant und aufgezeichnet. Die einzelnen "Äste" werden oben rechts mit Bleistift aufsteigend nummeriert, damit das spätere Zusammensetzen einfacher vonstatten geht.

Kleiner Tipp für Eltern: Damit der Junior (oder die Tochter) mit eingebunden wird, darf er (sie) die Regelbretter nach Belieben mit Bundstiften anmalen.

Der Zuschnitt

Jetzt wird's Tricky. Mangels Werkbank müssen Gartenmöbel als Ersatz herhalten. Die Bretter werden mit Schraubzwingen auf Tischen fixiert und die Sägearbeiten können endlich beginnen.

Eine Tischsäge wäre natürlich prima und würde für wirklich gerade Schnitte sorgen. Über die teilweise wellenhaften Schnittresultate tröste ich mich aber problemlos hinweg; echte Äste sind ja auch nicht komplett gerade.

Die Bohrungen für den Stamm

Nachdem alle Regalbretter mit der Stichsäge in "Äste" verwandelt sind, wird die Bohrmaschine präpariert. Schnell der Lochfräsenaufsatz passend zum Durchmesser der Gardinenstange, dem späteren Stamm, gewählt und montiert und dann die "Äste" einzeln mit den Schraubzwingen am Gartentisch fixiert. Los geht's!

Leider ist der Lochfräsenaufsatz nicht tief genug und bohrt nicht die komplette Dicke der Bretter. Jedes Brett darf deshalb zweimal mit den Schraubzwingen fixiert und beidseitig angebohrt werden. Das kostet Zeit!

Da die Bohrarbeiten draußen auf dem Balkon stattfinden, muss die Arbeit bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen werden. Am nächsten Tag geht's weiter und die Bohrarbeiten können beendet werden.

Wider dem Kratzen!

Stichsäge und Lochenfräse hinterlassen kantige, unschöne Spuren an den "Ästen". Diese werden noch schnell abgeschliffen und schon sind die "Äste" einsatzbereit.

Die Bauarbeiten als Foto-Doku

Alles fügt sich in einander

Das Zusammensetzen der Einzelteile ist super einfach. Wir entschließen uns für dieses Jahr, die "Äste" so zu lassen, wie sie sind. In den nächsten Jahren können wir darüber nachdenken, ob wir die "Äste" in anderen Farben anstreichen oder mit bunter Farbe bemalen.

Für's Erste sind wir wirklich stolz auf das Ergebnis!

Der Baum ist jetzt etwas mehr als 1 m hoch. Die Gardinenstange gibt noch ein paar cm mehr her, so dass unser Weihnachtsbaum in den kommenden Jahren mit zusätzlichem Holz problemlos wachsen kann.

Absolut nachhaltig

Jetzt steht ein schöner Weihnachtsbaum in unserem Wohnzimmer, der uns die nächste Jahre begleiten wird.

Wir finden: eine tolle Optik, mit vielen Variationsmöglichkeiten.

Und nebenbei ist der Baum vollständig zerlegbar, wiederverwendbar und kann platzsparend verstaut werden. Und das ausschließlich aus Materialien, die wir eh schon hatten.

Und... wer möchte kann aus den übrig gebliebenen Holzresten noch etwas basteln. Zum Beispiel Weihnachtsschmuck ;)

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