Papa, das da sind doch tote Tiere, oder!?

Ein Beitrag von Carsten

Kindermund tut Wahrheit kund

"Papa, das da sind doch tote Tier, oder!?"

Diese lautstarke Äußerung im REWE-Supermarkt von meinem 4jährigen Sohn - während ich im Regal nach Senf suchte - klang weniger nach einer Frage, sondern vielmehr nach einer knallharten Feststellung, die auf meine Bestätigung wartet.

Mit einer kaum zu überbietenden, brillianten Eloquenz ("Eeeehhh... ja... So, fertig! Wir können jetzt auch schon zur Kasse gehen!") konnte ich mich den gefühlten 10 Augenpaaren in der Warteschlange der Fleisch- und Wursttheke entziehen.

Ja, ich gebe es zu: Ich war völlig überfordert in dieser Situation

So exponiert als (wahrscheinlich militanter) Veganer geoutet zu werden, war extrem peinlich...

Das ist jetzt ein paar Monate her. Mittlerweile gehören solche Dialoge zum Standardreportoire unserer Samstagseinkäufe; beim Bäcker, im Supermarkt oder während wir im Einkaufszentrum zwischen den Fleisch- und Käsetheken hindurch zum Reformhaus spazieren.

Es gehört sicherlich zum Los eines veganen Vaters, dass gerade kleine Kinder für eine sehr exponierte Stellung sorgen.

Meine Verlegenheit ist mittlerweile verschwunden.

Es fällt mir jetzt sehr leicht, darauf einzugehen und mit meinem Sohn darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen. Und ihm dabei die Wahrheit zu sagen. Denn... ja, es handelt sich nunmal wirklich um tote Tiere.

Mögen diese noch so wunderbar als Salami, Mortadella oder Leberwurst tituliert sein. Totes Tier bleibt totes Tier. Das darf dann auch so offen benannt werden.

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