Vegane Kinderbücher mit Karl Klops, Max und Fine

Ein Beitrag von Stefanie

Karl Klops, Max und Fine

Seit ich von vegetarisch auf vegan umgestiegen bin, befinde ich mich auch in Erklärungsnot, warum Milchkühe leiden.

Was klappt seit jeher gut, um Kindern Zusammenhänge zu erklären? Genau: Geschichten erzählen.

Also habe ich mich auf die Suche nach Kinderbüchern gemacht und folgende zwei gefunden:

Max und Fine

Max und Fine von Marco Mehring

Das erste Kinderbuch, das ich mir zum Thema Milch gekauft habe, ist "Max und Fine" von Marco Mehring.

Zuvor hatte ich mich ein wenig auf der Internetseite umgeschaut, die guten Rezensionen gelesen und mich dann entschieden das Buch direkt beim Verlag zu kaufen.

Das Alter ist ab 4 Jahren angegeben, also das perfekte Vorlesebuch als Alternative zu Mama Muh.

Dachte ich. Dann kam das Buch und ich war enttäuscht.

Max und Fine im Vergleich zu Mama Muh

Im Vergleich zu den Mama Muh-Büchern ist es sehr klein. Ein Taschenbuchformat.

Dann ist der Schriftsatz sehr weit und auch die Bilder sind eher klein, auf vielen Seiten sind erst gar keine Bilder zu sehen.

Es ist in jedem Fall das Produkt eines Selbstverlags.

Trotzdem habe ich es natürlich gelesen und finde die Handlung nach wie vor gut. Klar- genau sowas hatte ich ja gesucht.

Zum Vorlesen finde ich es jedoch ungeeignet. Dafür hat es einfach das falsche Format.

Und das finde ich total schade!

Das Buch hat doch Potential, es gibt jetzt sogar eine Hörversion davon und eine englische Übersetzung.

Warum wurde dann nicht gleich das Format und der Satz kindgerecht angepasst?

Ich weiß, dass das Buch ansonsten in den höchsten Tönen gelobt wird und für die Pionierarbeit hat es auch all dieses Lob verdient.

Dennoch hat ein Kinderbuch für 4-Jährige, dass sich nicht zum Vorlesen eignet, so leid es mir tut, ganz klar den Sinn in meiner Bibliothek verfehlt.

Hast Du ein weniger visuell geprägtes Kind als meins, schau Dir doch mal die Leseprobe an und entscheide dann.

Nachtrag

Ein halbes Jahr und vieles Anbieten später, mag das Söhnchen Max und Fine sehr gerne und lässt sich die Geschichte immer wieder vorlesen.

Wenn Du also ebenso wie ich vom Inhalt überzeugt bist (viele Alternativen gibt es ja nicht...), dann empfehle ich Dir das Buch immer mal wieder anzubieten, vielleicht gefällt es dann Deinem Kind auch bald so gut wie meinem.

Karl Klops der coole Kuhheld

Karl Klops

Nach meinem Erlebnis mit "Max und Fine" war ich Karl Klops gegenüber sehr skeptisch.

Auch hier habe ich wieder die guten Rezensionen gelesen, mir die Webseite angeschaut und es dann einfach gekauft.

Das Buch ist ab 6 Jahren und kostet 12,90 Euro.

Hardcover, festes Papier, größeres Format (wenn auch nicht so groß wie Mama Muh) und bunte große Bilder: dieses Buch hat mir auf Anhieb viel besser gefallen als "Max und Fine".

Das Problem: es richtet sich sprachlich eher an Grundschüler und nicht an Kindergartenkinder.

Für einen 4-Jährigen ist es damit teilweise noch zu komplex.

Vom Vegetarier zum Veganer

Was mir gut an Karl Klops gefällt ist, dass das Buch u.a. den klassischen Weg vom Vegetarier zum Veganer erzählt.

Auch hier wird wieder die Frage gestellt: "Was kann ich denn dann noch essen?" und sehr galant beantwortet... ;-)

Ich hebe mir das Buch einfach für später auf und biete es immer mal wieder zum Vorlesen an.

Was bleibt denn nun?

Zwei Bücher und keine direkte (Vor-)Leseempfehlung- damit will ich Dich nicht stehen lassen.

Es folgt nun ein Tipp jenseits des Buchuniversums: schau Dir zusammen mit Deinem Kind ein Video an. :-)

Wir sehen uns seit kurzem ab und zu Videos aus dem YouTubeChannel von Hof Butenland an.

Das macht Spaß, ist informativ und zeigt einfach nur Kühe, denen es gut geht.

In diesem Sinne... ;-)

Falls Du noch Buchempfehlungen hast, schreib doch gerne einen Kommentar.

Alles Gute
Stefanie

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Kommentare

Kommentar von Ronja Frehmann |

Ich persönlich finde Max & Fine sehr gut zum Einsatz insbesondere für Kinder ab 4, aber auch für Grundschulkinder. Als Lehrerin habe ich es auch in der Schule vorgelesen und es ist ähnlich wie bei anderen Vorlesebüchern entsprechend wenig bebildert. Die Kinder waren begeistert.
Es ist eben KEIN Bilderbuch wie beispielsweise Mama Muh, den Anspruch erhebt es auch gar nicht.
Die Zeilenabstände sind bewusst so groß gewählt, damit auch Erstleser das Buch leicht lesen können, hier habe ich sehr gute Erfahrungen mit meinen Schülern gemacht.
Da ich mich aus persönlichen Gründen mit der Verlagsthematik auseinander gesetzt habe, weiß ich, wie es im Verlagswesen zugeht und das Bücher, die "unbequeme" Themen angehen, von Verlagen abgelehnt werden, weil das materielle Interesse des Verlags höher ist als der mögliche Verkaufserlös, das ist bei Verlagen, die vegane Bücher rausbringen, ähnlich.
Das Buch ist übrigens nicht im Selbstverlag erschienen, sondern im Selfpublishingverlag, das ist ein großer Unterschied.
Da hätte ich eine bessere Recherche erwartet, wenn man das Buch dann entsprechend bewertet.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn man ein größeres Hardcoverformat mit der Menge an Illustrationen wie bei Max & Fine anbietet, ist man verpflichtet, es für mindestens 19,90 € zu verkaufen, ob dieser Preis dann Eltern zum Kauf bewegt, ist fraglich.
Vielleicht hätte man sich im Vorfeld an den Autor wenden und seine Fragen stellen können, wenn man vom Verlagswesen und den Strukturen keine Infos hat. Das würde ich insbesondere von Menschen, die vegan leben und die vegane Idee weiter tragen, erwarten.
So lese ich die Rezension, wie viele Beiträge in der heutigen Zeit, es wird etwas ohne Hintergrundwissen behauptet, statt sich ausreichend zu informieren, das wird der Sache bestimmt nicht gerecht.
Schade.

Antwort von Stefanie

Liebe Ronja,

ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar.

Ja, ich war mir schon dessen bewusst, dass eine kritische Rezension ebenfalls kritische Stimmen provoziert. :-)

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch für Grundschüler oder Erstleser geeignet ist. Damit habe ich keine Erfahrung.

Inhaltlich habe ich es gar nicht kritisiert- mich stört die Form. Es gibt einfach einen Unterschied zwischen Grundschulkindern und Kindergartenkindern, die meiner Erfahrung nach mit ins Buch gucken und vor allem Bilder zu der Geschichte sehen wollen.

Und was den Preis angeht: Karl Klops ist 1 Euro günstiger als Max und Fine.

Tut mir leid, der Unterschied zwischen Selbst- und Selfpublishingverlag war mir tatsächlich nicht klar. Ich habe mir tredition angeschaut und es schien mir ein ähnliches Konzept wie andere books-on-demand-Services zu sein.

Ich glaube, wir haben einfach ein unterschiedliches Verständnis vom Wort "Selbstverlag". Ich meine damit schlicht und ergreifend, dass das Buch von Laien selbst gestaltet worden ist.

Ich habe das Buch als Mutter mit Design-Hintergrund rein von der Gestaltung her rezensiert und ich finde auch kritische Stimmen haben eine Berechtigung.

Herzliche Grüße
Stefanie

Kommentar von Sandra Heim |

Liebe Stefanie, vielen Dank für Deine informativen Rezensionen. Ich suche immer mal wieder nach schönen Kinder-Büchern mit sinnvollem Hintergrund, da hilft mir Dein Feedback zu Max & Fine sehr. Ich weiß jetzt, dass es zum Vorlesen nicht so gut geeignet ist und dass ich es aber meiner 7-jährigen Tochter gut kaufen kann :) Vielen Dank und liebe Grüße, Sandra

Antwort von Stefanie

Liebe Sandra,

auch Dir herzlichen Dank für Dein Feedback! :-)

Wie Deine Vorrednerin bestätigt hat, ist "Max und Fine" für Grundschüler und Erstleser in jedem Fall geeignet.

Schau Dir auch gerne mal "Karl Klops" an- der Junge ist zwar schon fast 9 (Fine ist erst 5), aber meiner Erfahrung nach orientieren sich Kinder ja gerne an Älteren... ;-)

Herzliche Grüße
Stefanie

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