Was kann ich denn schon ändern?

Ein Beitrag von Carsten

Carsten verändert die Welt

Mal ehrlich, es gibt Tausende, Millionen, ja Milliarden Menschen, die weiterhin Fleisch, Fisch, Milch und Eier konsumieren. McDonalds und Burger King Filialen platzen zu Stoßzeiten aus allen Nähten.

Der Hunger bei Movie-Abenden wird dank Lieferdienste mit Pizza-Salami & Co. gestillt.

Sommerabende werden im Kreise der Liebsten am mit Steak, Ribbchen und Würstchen voll belegten Grill genossen und im Supermarkt um die Ecke scheine ich bei meinen Einkäufen meilenweit der Einzige zu sein, der ausschließlich pflanzliche Lebensmittel auf das Kassierband legt.

Also, was BITTESCHÖN kann ich schon großartig ändern!!!???

Interessanterweise kann ich diese Frage mittlerweile ganz intuitiv und ohne langes Nachdenken beantworten:

ALLES! DIE GANZE WELT!

Meine ganz Welt. Es ist jetzt 1 1/2 Jahre her, seitdem ich mich zu einer veganen Lebensweise entschieden habe. Und rückblickend hat sich meine ganze Welt verändert. Nichts ist mehr so, wie es war.

Das liegt natürlich nicht daran, dass jetzt automatisch alle zu Veganern geworden sind. Auch nicht die Menschen in meinem direkten Umfeld.

Meine Art die Dinge zu betrachten & zu bewerten - mein eigenes Leben zu leben hat sich grundlegend geändert.

Fuhr ich anfangs noch mit Auto zur Arbeit, setze ich heute vollständig auf Fahrrad, Bus und Bahn. Verbrachte ich meine Mittagspause gänzlich im Gebäude, bin ich heute jeden Tag auf die Veränderungen der Flora am Wegesrand gespannt.

Dort wo ich damals eine Kühltheke mit Wurstwaren wahrnahm, sehe ich heute eine makarbere Leichenbeschau. OK, letzteres gehört jetzt nicht zu den angenehmen Dingen, die ich wahrnehme.

Aber eine geänderte Wahrnehmung bedeutet eben Dinge ganz anders zu sehen als bisher. Und das leider oft auch hinsichtlich der negativen Aspekte.

Wir fangen jetzt Zuhause an auszumisten.

Da liegt ein Haufen Zeugs rum, der nur Platz wegnimmt, seit Jahren aber nicht mehr in Verwendung war. 'Nicht weg werfen, dass können wir später vielleicht nochmal brauchen.'. Kennt man ja...

Wir gehen jetzt schonungslos vor, veräußern, verschenken, entsorgen alles, was wirklich seit einiger Zeit nicht mehr in Verwendung war. Vom Schrank, über Kleidung, bis zu Büchern und CD's. Sowas nennt sich wohl Minimalismus. Wobei sooo minimal fühlt sich das gar nicht an.

Unser Spar-Glas ist durch das Verkaufen gehörig voll geworden. Wir haben uns dann sogar durch den Kauf eines Omniblend-Hochleistungsmixers selbst belohnt. Das Gerät ist jetzt im Dauereinsatz und fertigt von Hafermilch, über Aufstriche bis Smoothies diverse leckere (aber manchmal auch 'gewöhnungsbedürftige'...) Nahrungskompositionen.

Unser Shampoo hängt neuerdings in einem Beutel als verpackungslose Haarseife im Bad- was erstaunlich gut funktioniert.

Wir haben Gefallen daran gefunden unser Brot selbst zu backen (DANKE an all die tollen veganen Kochbücher, die in den letzten paar Jahren herausgegeben wurden).

Lederkleidung wird derzeit Stück für Stück aussortiert und unser erstes Kork-Portemonnaie ist in Verwendung.

Immer mal wieder füllen wir die Tauschkiste in Hamburg-Ottensen mit Dingen auf, die nicht mehr in unser veganes Leben passen, aber trotzdem eine Bereicherung für andere Menschen bedeuten können.

Und wir recherchieren derzeit mit Neugierde, wie wir vegane Kosmetik in Zukunft selbst herstellen können.

Zu guter Letzt ist ein nicht-veganer Blickwinkel auf die Welt sooooowas von weit weg gerutscht, dass ein Zurück in meine vor-vegane Zeit völlig ausgeschlossen ist.

Unser Point-of-no-Return ist auf unserem Lebensweg seit langem überschritten.

Wenn ich mir das so anschaue, dann wird mir klar, dass ich wirklich ALLES, MEINE komplette Welt verändert habe. Und das ist deutlich mehr, als ich mir vor 1 1/2 Jahren überhaupt vorzustellen vermochte.

Mein Leben kommt mir heute aktiver und selbstbestimmter vor. Allein das war die Veränderung wert.

Und...Es fühlt sich gut an!

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