Wie könnte eine bio­vegane Welt aussehen?

Ein Beitrag von Stefanie

Vegane Zukunftsvisionen

Anfang Juni habe ich zur Blogparade aufgerufen und dies ist nun mein Beitrag dazu.

Was würde mir mein Leben als Veganerin um einiges leichter machen?

Ganz klar: eine eindeutige und vertrauenswürdige Kennzeichnung.

Ich träume ja davon, dass es eine Welt gibt, in der alles bio-vegan ist und gar nicht erst gekennzeichnet werden muss.

In der die Lebensmittel und Verkaufsgegenstände gekennzeicht werden müssen, die nicht bio-vegan sind. In der bio-vegan die Regel ist und nicht die Ausnahme.

Aber bis es soweit ist, würde mir eine eindeutige Kennzeichnung sehr weiterhelfen.

Und dabei bedeutet vegan für mich nicht nur frei von allem Tierischen, sondern auch möglichst nachhaltig.

Klar, kann man da auch zu pingelig mit werden und dann wird keiner glücklich, aber ich versuche z.B. momentan nichts zu kaufen, das Palmfett enthält, einfach weil ich "Aus kontrolliertem Raubbau" von Kathrin Hartmann gelesen habe. (Dazu gibts auch bald eine Rezension im Podcast.)

Die gleichen Fragen kann ich mir auch für Kokosöl und Kakaobohnen stellen- ein Schritt nach dem anderen.

Ich fänds einfach schön, wenn all die nachhaltig-kritischen Inhaltsstoffe klar gekennzeichnet wären.

Nach dem Motto: Dieses Produkt ist vegan, enthält aber diese nachhaltig-kritischen Rohstoffe und dann zum Beispiel Palmöl, Kakao oder was sonst noch enthalten sein könnte.

Und dann kann ich ja immer noch entscheiden, ob ich das Produkt nun kaufen möchte oder nicht.

Verbraucherverbände wie foodwatch fordern schon lange eine Nährwertampel, die auf einen Blick den Gehalt von Fett, Zucker und Salz signalisieren soll. Foodwatch fordert auch endlich versteckte Tiere in Lebensmitteln zu kennzeichnen- hast Du schon unterschrieben?

Der Ruf nach besserer Kennzeichnung ist also nicht neu, aber darum geht es mir auch nicht.

Ich überlege heute ganz egoistisch, was mir mein Leben erleichtern würde. Und da steht eine gute Kennzeichnung ganz oben.

Und diese Kennzeichnung bezieht sich auch auf Obst und Gemüse.

Denn wie ich jüngst feststellen durfte, verkauft der Hofladen meines Vertrauens eben nicht nur regionales Obst und Gemüse, sondern auch Zwiebeln aus Neuseeland oder Flugmangos.

Ich, die ich etwas naiv den Saisonkalender nicht im Kopf hatte, war mir gar nicht dessen bewusst, dass gerade keine Zwiebelsaison ist und es daher keine heimischen Zwiebeln sein können.

Ich verwöhntes Wohlstandskind habe mich so an die Verfügbarkeit aller Gemüse- und Obstsorten zu jeder Jahreszeit gewöhnt, dass ich "saisonal" und "regional" erst lernen muss.

Klar, wird es in Hamburg nie regionale Bananen, Avocados und Orangen geben, aber ich finde es trotzdem sinnvoll darauf zu achten.

Was ich in dem Zusammenhang sehr interessant finde sind Solidarische Landwirtschaften.

Der sehr, sehr empfehlenswerte Dokumentarfilm "Tomorrow- die Welt ist voller Lösungen" hat mich darauf gebracht: Permakultur ist eine Lösung.

Gerade ich als Stadtbewohnerin werde auf meinem Balkon nie genug anbauen können, um zum Selbstversorger zu werden- will ich auch gar nicht. Ich gebe zu, das ist mir zu anstrengend.

Aber Teil einer bio-veganen solidarischen Landwirtschaft, wie sie hoffentlich bald auch bei uns in Hamburg entsteht, zu sein, kann ich mir als Lösung gut vorstellen.

Denn schließlich geht es darum unsere Ernährungssouveränität zurückzuerlangen. Essbare Städte - wieder lernen miteinander zu leben - weniger Abhängigkeit von den großen Lebensmittelkonzernen. Das sind alles Dinge, die ich mir wünsche.

Und eine bessere Kenntzeichnung unserer Lebensmittel ist ein erster, wichtiger Schritt.

Ist die Zahnpasta jetzt vegan oder nicht?

Die Kennzeichnung von Kosmetika und anderen "nicht-essbaren" Konsumartikeln finde ich immer noch dürftig.

Auch wenn ich über den INCI-Code theoretisch erkennen könnte, ob Tierisches in meiner Zahnpasta enthalten ist, gelingt mir das in der Praxis viel zu selten.

Für kurze Zeit habe ich einen Barcode-Scanner getestet, der dann daran gescheitert ist, das ich zum einen keinen Empfang dort hatte, wo die Produkte standen und zum anderen bei erfolgreichem Scanvorgang doch nur angezeigt wurde "könnte vegan sein/oder auch nicht".

Mal von den nerdigen Privatsphäre-Gedanken abgesehen, kann ich also bisher noch keine Barcode-App empfehlen.

Eine klare Kennzeichnung würde mein Leben daher auch hier sehr erleichtern.

Was gibt es noch?

Mehr veganes Essen im Kindergarten

Ich habe das große Glück, dass unser Kindergarten-Caterer schon zwei-drei vegane Gerichte die Woche anbietet und sehr viel Vegetarisches.

Außerdem kommt das Essen in verschiedenen Komponenten, z.B. bei Nudeln mit Soße werden Nudeln und Soße in zwei extra Behältern geliefert.

Gibt es eine nicht-vegane Soße, gebe ich dem Söhnchen also einfach eine vegane mit.

Traumhaft wäre es, wenn der Caterer schlicht seine vegetarischen Gerichte in vegane umwandeln würde. Das ist nicht schwer und würde meinem Sohn und mir den Alltag enorm erleichtern.

Leider bleibt es wohl erstmal ein Traum- aber wenn die Nachfrage steigt, wer weiß...

Und was wünscht Du Dir?

Jetzt habe ich ganz viel über meine Wünsche gesprochen und bin total neugierig auf Deine Wünsche.

Was würde Dir Dein veganes Leben enorm erleichtern?

Oder wenn Du noch nicht ganz vegan lebst: Welche Traumlösung würde es Dir ganz besonders einfach machen vegan zu leben?

Ich freu mich auf Dich in den Kommentaren :-)

Stefanie

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