Folge 21 - Veganer sind einfach die besseren Menschen

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Folge 21 - Veganer sind einfach die besseren Menschen

In dieser Folge

  • fassen wir uns ausnahmsweise einmal kurz und
  • gehen der Aussage nach Veganer seien einfach die besseren Menschen,
  • um zu ergründen wo diese Aussage eigentlich herkommt und wie sie zu uns passt.

Als ich noch Vegetarierin war, habe ich friedlich mit Omnivoren den Tisch geteilt. Ich habe kein großes Aufheben um meine Art der Ernährung gemacht und die anderen haben sich auch nicht daran gestört.

Vielleicht hatte ich mich über die Jahre hinweg auch so gut angepasst, dass ich Chamäleon-gleich in jede Gesellschaft passte.

Jedenfalls änderte sich die Wahrnehmung schlagartig, als ich Veganerin wurde.

Seitdem wird nicht nur meine Entscheidung kritisch hinterfragt, mir wird auch noch pauschal unterstellt, ich würde mich für etwas besseres halten.

???

Wird man gleich heilig gesprochen, wenn man sich entscheidet vegan zu leben?

Links zur Folge

Der Artikel, über den ich spreche, ist hier zu finden:
http://www.taz.de/!5036388/

Und dann fühl Dich frei, einfach mal "Veganer bessere Menschen" in die Suchmaschine Deiner Wahl einzugeben...

Jetzt sind wir neugierig...

Wie siehst Du das mit den besseren Menschen? Hast Du eine Meinung dazu?

Dann erzähl uns davon sehr gern in den Kommentaren,

Carsten & Stefanie

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Kommentare

Kommentar von Hannah |

Hallo,
meiner Ansicht nach, ist diese Unterstellung auf Aussagen wie "Ja, Menschen, die noch Fleisch essen, sind einfach noch nicht so bewusst (wie wir - die Veganer_innen, die sich - im Gegensatz zu allen anderen Menschen - darüber bewusst sind, welche Dinge mit dem Konsum von tierischen Produkten verbunden sind...)". Habt ihr selbst auch schon ein paar Mal im Podcast gesagt und als nicht vegan lebende Person fühle mich dabei schon herabgesetzt. Unabhängig davon, ob ihr das so empfindet oder ausdrücken wolltet.

Daneben denke ich auch, wie ihr sagtet: vegan leben (was ich mir übersetzen würde mir mit "leben entsprechend eines bestimmten Konzeptes/Weltbildes/Wertesystems, das nicht die gleiche strukturelle Anerkennung hat, wie andere) ist kritisch, konfrontativ und macht die Frage auf, welches Leben denn nun "gut" ist. Gut für die Welt, die Menschen, die Tiere (für G'tt, das eigene Konto, das eigene Selbstbild, das eigene Image vor anderen Menschen...). Letztlich wollen alle Menschen gut sein. Wollen alle darin anerkannt werden, das jeweils Bestmögliche für sich und seine Mitwelt zu tun.
Das geht gerade in Auseinandersetzungen um "vegan sein" oder "vegan leben" unter. Also die grundsätzliche Anerkennung für einander als subjektiv immer wieder irgendwo für irgendwen fehlerhaft und dennoch wertvoll anerkannt zu werden.

Man kann sich auch einmal fragen, vielleicht mögt ihr euch auch einmal fragen, warum ihr euch zu "Vorbildern" machen wollt oder so seht mit dem veganen Leben. Ich brauche kein veganes Vorbild um mir Gedanken um Tierleid, Nachhaltigkeit und Gesundheit zu machen - dafür brauche ich viel eher Menschen die sich mit mir auf einer Ebene bewegen und kritisches Denken pflegen. Auch ganz offen zum Beispiel in so einem Podcast oder in einem Blog etc etc etc
Aber eben schon auch auf einer grundsätzlich anerkennenden Haltung mir gegenüber auch dann, wenn ich nicht vegan, vegetarisch what ever lebe.

Viele Grüße!

Antwort von Stefanie

Liebe Hannah,

ganz herzlichen Dank auch für diesen Kommentar.

Ich habe tatsächlich eine ähnliche Diskussion schon mit einer guten Bekannten geführt (nachdem wir die Folge aufgenommen hatten) und ich stimme Dir zu, dass es tatsächlich für Dich herabsetzend klingen mag.

Das war mir wiederum nicht bewusst. Ich orientiere mich da ganz an der Karnismus-Theorie von Melanie Joy - kennst Du sie? Wir werden das Buch in einer der nächsten Folgen auf jeden Fall noch vorstellen.

Für mich ist es tatsächlich ein Bewusstseinswandel. Als ich noch Vegetarierin war, war ich mir des Leidens der Milchkühe und der Legehennen nicht bewusst. Ich habe es irgendwie ausgeblendet. Erst mit der Auseinandersetzung mit dem Thema ist es in mein Bewusstsein getreten und ich sehe klar. Jetzt kann ich nicht mehr zurück. 

Für mich ist es einfach ein stetiger Prozess, der immer weiter geht. Vegan ist für mich nur der Anfang, mein Einstieg auf einem Weg zu mehr Mitgefühl, anderen und auch mir selbst gegenüber.

Aber ich bin keinesfalls perfekt. Und leider scheine ich tatsächlich nicht immer die richtigen Worte zu treffen. Ich will nicht besser sein als andere, ich will einfach nur ich sein.

Wir möchten mit unserem Podcast einfach nur inspirieren und den Menschen helfen, die diesen Weg auch gehen wollen. 

Es ist wie im Film "The Matrix": Morpheus sagt zu Neo, er könne ihm die Tür nur öffnen, hindurchgehen müsse er selbst. 

Wenn unser Weg nicht Dein Weg ist, dann ist das okay. Es ist einfach nur ein Weg von vielen. Vielleicht gefällt Dir der Podcast von Colleen Patrick-Goudreau besser? Ich kann ihn Dir wärmstens empfehlen.

So, ich hoffe, ich konnte Deine Fragen beantworten, falls nicht, schreib mir gerne.

Herzliche Grüße
Stefanie

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