Folge 62 - Vegan nervt aka Karnismus

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Folge 62 - Vegan nervt aka Karnismus

In dieser Folge

  • rezensieren wir das Buch "Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen" von Melanie Joy,
  • sprechen wir darüber, warum "Vegan" nervt und
  • lesen wir Dir ein paar Leserbriefe aus der Schrot und Korn vor.

Die Buchrezension von "Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen" haben wir lange vor uns hergeschoben. Wir haben das Buch schon vor bald 1,5 Jahren gelesen, aber es bisher einfach nicht geschafft darüber zu sprechen.

Dabei ist das Thema so wichtig. Carsten hat mir wieder bewusst gemacht, wie stark die omnivore Ernährungsform auf Gewalt basiert. Dabei ist es jedem klar, der auch nur eines dieser schrecklichen Tiervideos gesehen hat.

Nur dass die Gewalt Methode hat und im System fest verankert ist, das war mir nicht mehr so bewusst.

In dieser Podcastfolge sprechen wir nicht nur über das Buch, sondern auch über Alltagsbeispiele, in denen wir den Karnismus wiederfinden.

Links zur Folge

Unterstütze uns auf Steady
https://steadyhq.com/de/veganrevoluzzer

Schrot und Korn
http://schrotundkorn.de/

Karnismus erkennen Kampagne (mit TED-Talk von Melanie Joy)
http://karnismus-erkennen.de/

Karnismus-Video von "Vegan ist ungesund"
https://www.youtube.com/watch?v=QsjNwjGUftc

"Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen" von Melanie Joy
https://www.buch7.de/store/product_details/1020905310

Unsere Folge zu Cowspiracy
http://du-veraenderst-die-welt.de/podcastfolgen/folge-12-cowspiracy-das-geheimnis-der-nachhaltigkeit

Matrix-Szene "Rote Pille vs. blaue Pille"
https://www.youtube.com/watch?v=CWIfwZ99AVA

The Meatrix
http://www.themeatrix.com/

Unsere Folge "Veganer sind einfach die besseren Menschen"
http://du-veraenderst-die-welt.de/podcastfolgen/folge-29-veganer-sind-einfach-die-besseren-menschen-reloaded

Buch "Einfach vegan - die süße Küche"
https://www.buch7.de/store/product_details/1019875593

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Kommentare

Kommentar von Hannah |

Ich melde mich einmal wegen des Buches, aber ganz eigentlich um zu erzählen, was ich dachte, als ihr über das Verständnis für Karnisten (? Karnister? Leute, die Fleisch essen) spracht.
Nämlich an die Autoaufkleber: "Ich bremse auch für Tiere." früher.
Heute könnten sich Veggieleute draufkleben: "Ich bremse auch für Fleischesser" ^____^

Interessant in der Abwehr innerhalb der 4 N's finde ich das "nett/nice" tatsächlich aber auch mit am Spannensten. Das kann man nicht so einfach mit Studien wegreden, wie Aspekte von Natürlichkeit oder dieser Arroganz hinter dem Normalitätsbegriff und der Idee davon, was für andere (alle) Menschen notwendig ist.
"Nett" meint ja für viele vor allem "angepasst" oder "nicht störend".
Was nur dann eine positive Eigenschaft sein kann, wenn Widerspruch und Vielfalt oder allgemeiner: Divergenz unerwünscht sind.
Kann man sich auch mal fragen, wozu das heute noch wichtig ist und wem das überhaupt dient.

Euch auf jeden Fall alles Gute um 1jährigen "Jubelum" des Podcast und auf das noch viele Folgen entstehen können!
Ich höre euch jetzt schon seit der 4 oder 5 Folge und freue mich immer sehr wenn es eine neue gibt.

Als Themenwunsch habe ich noch das vegane Reisen.
Dazu habe ich neulich eine Infografik gesehen in der es hieß, um einen "klimaneutralen" Flug machen zu können, müsse man auf soundsoviel Fleisch verzichten.
Meine Frage ist, ob man das wirklich so aufwiegen kann und ob es veganes (im Sinne von ökologisch nachhaltiges und tierleidfreies) Reisen heute überhaupt noch geben kann.
Da ich mich gerade mal wieder auf eine Radtour vorbereite merke ich schon, dass ich absichtlich nicht hinterfrage, wo genau mein Rad herkommt, woraus genau meine Wetterkleidung besteht und so weiter und mich damit entlaste mir zu sagen, dass ich ja mit dem Rad fahre, was andere mit dem Auto oder Flugzeug zurücklegen würden...
So wirklich zufrieden bin ich nicht damit.
Und in ein paar Jahren will ich auch noch nach Amerika und Kanada fliegen ... bis dahin kann ich zwar vegan bleiben - aber das macht doch meine Flüge weder klimaneutral noch ökologisch okay?

Viele Grüße euch!
Hannah

Antwort von Stefanie

Hallo Hannah,

ganz lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und die Wünsche.

Deinem Themenwunsch werden wir auf jeden Fall nachgehen- ich habe auch schon auf der VeggieWorld den ersten Schritt gemacht und einen Veranstalter für vegane Flussreisen befragt.

Ich muss da aber auf jeden Fall noch weiterforschen, weil wir nicht so die Experten im verreisen sind ;-)

Ich kann Deine Bedenken und Gedanken verstehen, mir geht es oft ähnlich und ich versuche dann Schritt für Schritt vorzugehen, um mich nicht zu sehr zu verstricken.

Wir gehen das aber an, versprochen :-)

Alles Gute,
Stefanie

Kommentar von Christian |

Ich möchte euch eine alternative Buchempfehlung geben, mit der man Nicht-Veganer zum Nachdenken anregen könnte: "Essen als Engagement: Über die Moral des Tierkonsums" von Gary L. Francione. Auch hier ist der Titel ziemlich ausladend, und das ist auch irgendwie dem Autoren geschuldet, der ein Philosoph und Tierrechtler ist.

Während Melanie Joy eher wissenschaftlich an das Thema geht und ihr eigenes Erklärungsmodell (Karnismus) liefert, weshalb das Fleisch essen etc. in unserer Kultur so stark verankert ist, beschäftigt sich Gary L. Francione in seinem Buch mit allen erdenklichen Ausreden für die Tierausbeutung - und dekonstruiert sie.
Damit eignet sich das Buch perfekt für Veganer und Nicht-Veganer. Veganer finden darin die Antworten auf die zahlreichen (meist dummen) Kommentare und Fragen unserer Omnivoren Mitmenschen, während interessierte Omnivore in den zahlreichen kurzen Abschnitten (zwischen 1 - 3 Seiten lang) stöbern können und analog zu Melanie Joys Buch zu dem Schluss kommen, dass es keine moralisch belastbaren Ausreden für die Ausbeutung von Tieren gibt.
Das Buch funktioniert allerdings nur dann, wenn man seiner Kernthese zustimmt, dass es moralisch falsch ist, Tieren (bzw. Lebenwesen) grundlos Schaden zuzufügen. Mit Ausnahme von Psychopathen sollte das aber allen gelingen.
Wenn ich etwas an Franciones Buch bemängeln wollte, dann das grundlegende Beispiel: er zieht dafür den Fall eines bekannten und beliebten US Sportlers heran, dessen Stern rapide gesunken war nachdem heraus kam, dass er illegale Hundekämpfe veranstaltet hatte. Der Fall muss in den Staaten damals für viel Aufsehen gesorgt haben und dient auch als Beispiel für das kanistische System, aber für deutsche Leser ist er "zu weit weg".

Antwort von Stefanie

Hallo Christian,

ganz herzlichen Dank für Deine Buchempfehlung. Ich hab gleich einmal geschaut, leider ist das Buch nicht in der Bücherhalle verfügbar- ich werde es mir auf einem anderen Weg besorgen.

Viele Grüße
Stefanie

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